1Unser eigen Wasser müssen wir um Geld trinken; unser Holz muß man bezahlt bringen lassen.
2Man treibt uns über Hals, und wenn wir schon müde sind, läßt man uns doch keine Ruhe.
3Wir haben uns müssen Ägypten und Assur ergeben, auf daß wir doch Brot satt zu essen haben.
4Unsere Väter haben gesündiget und sind nicht mehr vorhanden; und wir müssen ihre Missetat entgelten.
5Knechte herrschen über uns, und ist niemand, der uns von ihrer Hand errette.
6Wir müssen unser Brot mit Fahr unsers Lebens holen vor dem Schwert in der Wüste.
7Unsere Haut ist verbrannt wie in einem Ofen vor dem greulichen Hunger.
8Sie haben die Weiber zu Zion geschwächt und die Jungfrauen in den Städten Judas.
9Die Fürsten sind von ihnen gehenket, und die Person der Alten hat man nicht geehret.
10Die Jünglinge haben Mühlsteine müssen tragen und die Knaben über dem Holztragen straucheln.
11Es sitzen die Alten nicht mehr unter dem Tor, und die Jünglinge treiben kein Saitenspiel mehr.
12Unsers Herzens Freude hat ein Ende, unser Reigen ist in Wehklagen verkehret.
13Die Krone unsers Haupts ist abgefallen. O wehe, daß wir so gesündiget haben!
14Darum ist auch unser Herz betrübt, und unsere Augen sind finster worden
15um des Berges Zions willen, daß er so wüst liegt, daß die Füchse darüberlaufen.
16Aber du, HERR, der du ewiglich bleibest und dein Thron für und für,
17warum willst du unser so gar vergessen und uns die Länge so gar verlassen?
18Bringe uns, HERR, wieder zu dir, daß wir wieder heimkommen; verneue unsere Tage wie vor alters!
19Denn du hast uns verworfen und bist allzusehr über uns erzürnet.
20Im dreißigsten Jahr, am fünften Tage des vierten Monden, da ich war unter den Gefangenen am Wasser Chebar, tat sich der Himmel auf, und Gott zeigte mir Gesichte.
21Derselbe fünfte Tag des Monden war eben im fünften Jahr, nachdem Jojachin, der König Judas, war gefangen weggeführet.
22Da geschah des HERRN Wort zu Hesekiel, dem Sohne Busis, des Priesters, im Lande der Chaldäer, am Wasser Chebar; daselbst kam die Hand des HERRN über ihn.