1Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
2Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren es nicht wert.
3Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet.
4Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll.
5Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an,
6und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereinkommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte.
7Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen;
8denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet.
9Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede.
10Und sandten zu ihm ihre Jünger samt des Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht und fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen.
11Darum sage uns, was dünket dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht?
12Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich?
13Weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar.
14Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift?
15Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
16Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon.
17An demselbigen Tage traten zu ihm die Sadduzäer, die da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn
18und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: So einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien und seinem Bruder Samen erwecken.
19Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freiete und starb, und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder.
20Desselbengleichen der andere und der dritte bis an den siebenten.
21Zuletzt nach allen starb auch das Weib.
22Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.
23Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret und wisset die Schrift nicht noch die Kraft Gottes.
24In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel.
25Habt ihr aber nicht gelesen von der Toten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht:
26Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.
27Und da solches das Volk hörete, entsetzten sie sich über seine Lehre.
28Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich.
29Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach:
30Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz?
31Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.
32Dies ist das vornehmste und größte Gebot.
33Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
34In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.
35Da nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus
36und sprach: Wie dünket euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids.
37Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen HERRN, da er sagt:
38Der HERR hat gesagt zu meinem HERRN: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße.
39So nun David ihn einen HERRN nennet, wie ist er denn sein Sohn?
40Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen.
41Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern
42und sprach: Auf Moses Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer.
43Alles nun, was sie euch sagen, daß ihr halten sollet, das haltet und tut's; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun. Sie sagen's wohl und tun's nicht.
44Sie binden aber schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf den Hals; aber sie wollen dieselben nicht mit einem Finger regen.
45Alle ihre Werke aber tun sie, daß sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Denkzettel breit und die Säume an ihren Kleidern groß.
46Sie sitzen gern obenan über Tisch und in den Schulen