1Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein rein Gefäß draus.
2Man tue gottlos Wesen vom Könige, so wird sein Thron mit Gerechtigkeit bestätiget.
3Prange nicht vor dem Könige und tritt nicht an den Ort der Großen.
4Denn es ist dir besser, daß man zu dir sage: Tritt hie herauf! denn daß du vor dem Fürsten geniedriget wirst, daß deine Augen sehen müssen.
5Fahre nicht bald heraus zu zanken; denn was willst du hernach machen, wenn du deinen Nächsten geschändet hast?
6Handle deine Sache mit deinem Nächsten und offenbare nicht eines andern Heimlichkeit,
7auf daß dir's nicht übel spreche, der es höret, und dein böses Gerücht nimmer ablasse.
8Ein Wort, geredet zu seiner Zeit, ist wie güldene Äpfel in silbernen Schalen.
9Wer einen Weisen straft, der ihm gehorcht, das ist wie ein gülden Stirnband und gülden Halsband.
10Wie die Kälte des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat und erquickt seines HERRN Seele.
11Wer viel geredet und hält nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.
12Durch Geduld wird ein Fürst versöhnet, und eine linde Zunge bricht die Härtigkeit.
13Findest du Honig, so iß sein genug, daß du nicht zu satt werdest und speiest ihn aus.
14Entzeuch deinen Fuß vom Hause deines Nächsten, er möchte dein überdrüssig und dir gram werden.
15Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß, Schwert und scharfer Pfeil.
16Die Hoffnung des Verächters zur Zeit der Not ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.
17Wer einem bösen Herzen Lieder singet, das ist wie ein zerrissen Kleid im Winter und Essig auf der Kreide.
18Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.
19Denn du wirst Kohlen auf sein Haupt häufen; und der HERR wird dir's vergelten.
20Der Nordwind bringet Ungewitter, und die heimliche Zunge macht sauer Angesicht.
21Es ist besser im Winkel auf dem Dache sitzen denn bei einem zänkischen Weibe in einem Hause beisammen.
22Ein gut Gerücht aus fernen Landen in wie kalt Wasser einer durstigen Seele.
23Ein Gerechter, der vor einem Gottlosen fällt, ist wie ein trüber Brunnen und verderbte Quelle.
24Wer zu viel Honig isset, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge forschet, dem wird's zu schwer.
25Ein Mann, der seinen Geist nicht halten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.
26Wie der Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, also reimet sich dem Narren Ehre nicht.
27Wie ein Vogel dahinfährt und eine Schwalbe fleugt, also ein unverdienter Fluch trifft nicht.
28Dem Roß eine Geißel und dem Esel ein Zaum; und dem Narren eine Rute auf den Rücken.