1Laß deine Augen nicht schlafen noch deine Augenlider schlummern!
2Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie ein Vogel aus der Hand des Voglers.
3Gehe hin zur Ameise, du Fauler, siehe ihre Weise an und lerne!
4Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch HERRN hat,
5bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
6Wie lange, liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
7Ja, schlaf noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, daß du schlafest,
8so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.
9Ein loser Mensch, ein schädlicher Mann, gehet mit verkehrtem Munde,
10winket mit Augen, deutet mit Füßen, zeiget mit Fingern,
11trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.
12Darum wird ihm plötzlich sein Unfall kommen und wird schnell zerbrochen werden, daß keine Hilfe da sein wird.
13Diese sechs Stücke hasset der HERR, und am siebenten hat er einen Greuel:
14hohe Augen, falsche Zungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen;
15Herz, das mit bösen Tücken umgehet; Füße, die behende sind, Schaden zu tun;
16falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet.
17Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und laß nicht fahren das Gesetz deiner Mutter!
18Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals:
19wenn du gehest, daß sie dich geleiten; wenn du dich legest, daß sie dich bewahren; wenn du aufwachest, daß sie dein Gespräch seien.
20Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht; und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,
21auf daß du bewahret werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.
22Laß dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfahe dich nicht an ihren Augenlidern.
23Denn eine Hure bringet einen ums Brot; aber ein Eheweib fähet das edle Leben.
24Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, daß seine Kleider nicht brennen?
25Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, daß seine Füße nicht verbrannt würden?
26Also gehet es, wer zu seines Nächsten Weib gehet; es bleibt keiner ungestraft, der sie berühret.
27Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert.
28Und ob er begriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.
29Aber der mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr, der bringet sein Leben ins Verderben.
30Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilget.
31Denn der Grimm des Mannes eifert und schonet nicht zur Zeit der Rache
32und siehet keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.
33Mein Kind, behalte meine Rede und verbirg meine Gebote bei dir!
34Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und mein Gesetz wie deinen Augapfel.
35Binde sie an deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!