1O ihr Männer, ich schreie zu euch und rufe den Leuten!

2Merket, ihr Albernen, den Witz; und ihr Toren, nehmet es zu Herzen!

3Höret, denn ich will reden, was fürstlich ist, und lehren, was recht ist.

4Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, das gottlos ist.

5Alle Reden meines Mundes sind gerecht; es ist nichts Verkehrtes noch Falsches drinnen.

6Sie sind alle gleichaus denen, die sie vernehmen, und richtig denen, die es annehmen wollen.

7Nehmet an meine Zucht lieber denn Silber und die Lehre achtet höher denn köstlich Gold.

8Denn Weisheit ist besser denn Perlen, und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen.

9Ich, Weisheit, wohne bei dem Witz und ich weiß guten Rat zu geben.

10Die Furcht des HERRN hasset das Arge, die Hoffart, den Hochmut und bösen Weg, und bin feind dem verkehrten Munde.

11Mein ist beides, Rat und Tat; ich habe Verstand und Macht.

12Durch mich regieren die Könige und die Ratsherren setzen das Recht.

13Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden.

14Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.

15Reichtum und Ehre ist bei mir, wahrhaftig Gut und Gerechtigkeit.

16Meine Frucht ist besser denn Gold und fein Gold und mein Einkommen besser denn auserlesen Silber.

17Ich wandle auf dem rechten Wege, auf der Straße des Rechts,

18daß ich wohl berate, die mich lieben und ihre Schätze voll mache.

19Der HERR hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er was machte, war ich da.

20Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang vor der Erde.

21Da die Tiefen noch nicht waren, da war ich schon bereitet, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen,

22Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln war ich bereitet.

23Er hatte die Erde noch nicht gemacht, und was dran ist, noch die Berge des Erdbodens.

24Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst; da er die Tiefe mit seinem Ziel verfassete,

25da er die Wolken droben festete, da er festigte die Brunnen der Tiefe,

26da er dem Meer das Ziel setzte und den Wassern, daß sie nicht übergehen seinen Befehl, da er den Grund der Erde legte:

27da war ich der Werkmeister bei ihm und hatte meine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit

28und spielte auf seinem Erdboden; und meine Lust ist bei den Menschenkindern.

29So gehorchet mir nun, meine Kinder! Wohl denen, die meine Wege behalten!

30Höret die Zucht und werdet weise, und laßt sie nicht fahren!

31Wohl dem Menschen, der mir gehorchet, daß er wache an meiner Tür täglich, daß er warte an den Pfosten meiner Tür.

32Wer mich findet, der findet das Leben und wird Wohlgefallen vom HERRN bekommen.

33Wer aber an mir sündiget, der verletzt seine Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.

34Die Weisheit bauete ihr Haus und hieb sieben Säulen,

35schlachtete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch

36und sandte ihre Dirnen aus, zu laden oben auf die Paläste der Stadt: