1Denn sie sind in keiner Fahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.

2Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

3Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgetan heißen.

4Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.

5Sie vernichten alles und reden übel davon, und reden und lästern hoch her.

6Was sie reden, das muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.

7Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser

8und sprechen: Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?

9Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glückselig in der Welt und werden reich.

10Soll's denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche

11und bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?

12Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind.

13Ich gedacht ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer

14bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.

15Aber du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.

16Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

17Wie ein Traum, wenn einer erwachet, so machst du, HERR, ihr Bild in der Stadt verschmähet.

18Aber es tut mir wehe im Herzen und sticht mich in meinen Nieren,

19daß ich muß ein Narr sein und nichts wissen und muß wie ein Tier sein vor dir.

20Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

21du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an.

22Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

23Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

24Denn, siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die wider dich huren.

25Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den HERRN HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.

26Eine Unterweisung Assaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?

27Gedenk an deine Gemeine, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöset hast, an den Berg Zion, da du auf wohnest.

28Tritt auf sie mit Füßen und stoße sie gar zu Boden. Der Feind hat alles verderbet im Heiligtum.