1Wer von seinem Nächsten verlachet wird, der wird Gott anrufen, der wird ihn erhören. Der Gerechte und Fromme muß verlachet sein
2und ist ein verachtet Lichtlein vor den Gedanken der Stolzen, stehet aber, daß sie sich dran ärgern.
3Der Verstörer Hütten haben die Fülle und toben wider Gott türstiglich, wiewohl es ihnen Gott in ihre Hände gegeben hat.
4Frage doch das Vieh, das wird dich's lehren, und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir's sagen.
5Oder rede mit der Erde, die wird dich's lehren, und die Fische im Meer werden dir's erzählen.
6Wer weiß solches alles nicht, daß des HERRN Hand das gemacht hat,
7daß in seiner Hand ist die Seele alles des, das da lebet, und der Geist alles Fleisches eines jeglichen?
8Prüfet nicht das Ohr die Rede; und der Mund schmecket die Speise?
9Ja, bei den Großvätern ist die Weisheit und der Verstand bei den Alten.
10Bei ihm ist Weisheit und Gewalt, Rat und Verstand.
11Siehe, wenn er zerbricht, so hilft kein Bauen; wenn er jemand verschleußt, kann niemand aufmachen.
12Siehe, wenn er das Wasser verschleußt, so wird's alles dürre; und wenn s ausläßt, so kehret es das Land um.
13Er ist stark und führet es aus. Sein ist, der da irret, und der da verführet.
14Er führet die Klugen wie einen Raub und machet die Richter toll.
15Er löset auf der Könige Zwang und gürtet mit einem Gürtel ihre Lenden.
16Er führet die Priester wie einen Raub und lässet es fehlen den Festen.
17Er wendet weg die Lippen der Wahrhaftigen und nimmt weg die Sitten der Alten.
18Er schüttet Verachtung auf die Fürsten und macht den Bund der Gewaltigen los.
19Er öffnet die finstern Gründe und bringet heraus das Dunkel an das Licht.
20Er macht etliche zum großen Volk und bringet sie wieder um. Er breitet ein Volk aus und treibet es wieder weg.
21Er nimmt weg den Mut der Obersten des Volks im Lande und macht sie irre auf einem Umwege, da kein Weg ist,
22daß sie in der Finsternis tappen ohne Licht; und macht sie irre wie die Trunkenen.
23Siehe, das hat alles mein Auge gesehen und mein Ohr gehöret, und habe es verstanden.
24Was ihr wisset, das weiß ich auch, und bin nicht geringer denn ihr.
25Doch wollte ich gerne wider den Allmächtigen reden und wollte gerne mit Gott rechten.