1Weißt du nicht, daß es allezeit so gegangen ist, seit daß Menschen auf Erden gewesen sind;
2daß der Ruhm der Gottlosen stehet nicht lange, und die Freude des Heuchlers währet einen Augenblick?
3Wenn gleich seine Höhe in den Himmel reichet und sein Haupt an die Wolken rühret,
4so wird er doch zuletzt umkommen wie ein Kot, daß die, vor denen er ist angesehen, werden sagen: Wo ist er?
5Wie ein Traum vergehet, so wird er auch nicht funden werden, und wie ein Gesicht in der Nacht verschwindet.
6Welch Auge ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen, und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.
7Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hand wird ihm Mühe zu Lohn geben.
8Seine Beine werden seine heimliche Sünde wohl bezahlen und werden sich mit ihm in die Erde legen.
9Wenn ihm die Bosheit gleich in seinem Munde wohl schmeckt, wird sie doch ihm in seiner Zunge fehlen.
10Sie wird aufgehalten und ihm nicht gestattet, und wird ihm gewehret werden in seinem Halse.
11Seine Speise inwendig im Leibe wird sich verwandeln in Otterngalle.
12Die Güter, die er verschlungen hat, muß er wieder ausspeien; und Gott wird sie aus seinem Bauch stoßen.
13Er wird der Ottern Galle saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.
14Er wird nicht sehen die Ströme noch die Wasserbäche, die mit Honig und Butter fließen.
15Er wird arbeiten und des nicht genießen; und seine Güter werden andern, daß er deren nicht froh wird.
16Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser zu sich gerissen, die er nicht erbauet hat.
17Denn sein Wanst konnte nicht voll werden, und wird durch sein köstlich Gut nicht entrinnen.
18Es wird seiner Speise nicht überbleiben; darum wird sein gut Leben keinen Bestand haben.
19Wenn er gleich die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; allerhand Mühe wird über ihn kommen.
20Es wird ihm der Wanst einmal voll werden, und er wird den Grimm seines Zornes über ihn senden; er wird über ihn regnen lassen seinen Streit.
21Er wird fliehen vor dem eisernen Harnisch, und der eherne Bogen wird ihn verjagen.
22Ein bloß Schwert wird durch ihn ausgehen, und des Schwerts Blitz, der ihm bitter sein wird, wird mit Schrecken über ihn fahren.
23Es ist keine Finsternis da, die ihn verdecken möchte. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das nicht aufgeblasen ist; und wer übrig ist in seiner Hütte, dem wird's übel gehen.
24Der Himmel wird seine Missetat eröffnen, und die Erde wird sich wider ihn setzen.
25Das Getreide in seinem Hause wird weggeführet werden, zerstreuet am Tage seines Zorns.
26Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe seiner Rede bei Gott.
27Hiob antwortete und sprach:
28Höret doch zu meiner Rede und lasset euch raten!
29Vertraget mich, daß ich auch rede, und spottet danach mein.