1deine Rede hat die Gefallenen aufgerichtet, und die bebenden Kniee hast du bekräftiget.
2Nun es aber an dich kommt, wirst du weich; und nun es dich trifft, erschrickst du.
3Ist das deine (Gottes-)Furcht, dein Trost, deine Hoffnung und deine Frömmigkeit?
4Lieber, gedenke, wo ist ein Unschuldiger umkommen, oder wo sind die Gerechten je vertilget?
5Wie ich wohl gesehen habe, die da Mühe pflügten und Unglück säeten und ernten sie auch ein,
6daß sie durch den Odem Gottes sind umkommen und vom Geist seines Zorns vertilget.
7Das Brüllen der Löwen und die Stimme der großen Löwen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen.
8Der Löwe ist umkommen, daß er nicht mehr raubet, und die Jungen der Löwin sind zerstreuet.
9Und zu mir ist kommen ein heimlich Wort, und mein Ohr hat ein Wörtlein aus demselben empfangen.
10Da ich Gesichte betrachtete in der Nacht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt,
11da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken.
12Und da der Geist vor mir überging, stunden mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.
13Da stund ein Bild vor meinen Augen, und ich kannte seine Gestalt nicht; es war stille, und ich hörete eine Stimme:
14Wie mag ein Mensch gerechter sein denn Gott, oder ein Mann reiner sein, denn der ihn gemacht hat?
15Siehe, unter seinen Knechten ist keiner ohne Tadel, und in seinen Boten findet er Torheit.
16Wie viel mehr, die in den leimenen Häusern wohnen und welche auf Erden gegründet sind, werden von den Würmern gefressen werden.
17Es währet von Morgen bis an den Abend, so werden sie ausgehauen; und ehe sie es gewahr werden, sind sie gar dahin;
18und ihre Übrigen vergehen und sterben auch unversehens.
19Nenne mir einen; was gilt's, ob du einen findest? Und siehe dich um irgend nach einem Heiligen.
20Einen Tollen aber erwürget wohl der Zorn, und den Albernen tötet der Eifer.
21Ich sah einen Tollen eingewurzelt, und ich fluchte plötzlich seinem Hause.