1Wenn ich mich legte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen? Und danach rechnete ich, wenn es Abend wollte werden; denn ich war ganz ein Scheusal jedermann, bis es finster ward.

2Mein Fleisch ist um und um wurmig und kotig: meine Haut ist verschrumpft und zunichte worden.

3Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn eine Weberspule und sind vergangen, daß kein Aufhalten dagewesen ist.

4Gedenke, daß mein Leben ein Wind ist, und meine Augen nicht wiederkommen, zu sehen das Gute.

5Und kein lebendig Auge wird mich mehr sehen. Deine Augen sehen mich an; darüber vergehe ich.

6Eine Wolke vergehet und fähret dahin; also, wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf

7und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennet ihn nicht mehr.

8Darum will auch ich meinem Munde nicht wehren; ich will reden von der Angst meines Herzens und will heraussagen von der Betrübnis meiner Seele.

9Bin ich denn ein Meer oder ein Walfisch, daß du mich so verwahrest?

10Wenn ich gedachte, mein Bett soll mich trösten, mein Lager soll mir's leichtern;

11wenn ich mit mir selbst rede, so erschreckst du mich mit Träumen und machst mir Grauen,

12daß meine Seele wünschet erhangen zu sein, und meine Gebeine den Tod.

13Ich begehre nicht mehr zu leben. Höre auf von mir, denn meine Tage sind vergeblich gewesen.

14Was ist ein Mensch, daß du ihn groß achtest und bekümmerst dich mit ihm?

15Du suchest ihn täglich heim und versuchest ihn alle Stunde.

16Warum tust du dich nicht von mir und lässest nicht ab, bis ich meinen Speichel schlinge?

17Habe ich gesündiget, was soll ich dir tun, o du Menschenhüter? Warum machst du mich, daß ich auf dich stoße und bin mir selbst eine Last?

18Und warum vergibst du mir meine Missetat nicht und nimmst nicht weg meine Sünde? Denn nun werde ich mich in die Erde legen; und wenn man mich morgen suchet, werde ich nicht da sein.

19Da antwortete Bildad von Suah und sprach:

20Wie lange willst du solches reden und die Rede deines Mundes so einen stolzen Mut haben?

21Meinest du, daß Gott unrecht richte, oder der Allmächtige das Recht verkehre?