1Meine Reden sollen ohne Zweifel nicht falsch sein, mein Verstand soll ohne Wandel vor dir sein.
2Siehe, Gott verwirft die Mächtigen nicht; denn er ist auch mächtig von Kraft des Herzens.
3Den Gottlosen erhält er nicht, sondern hilft dem Elenden zum Rechten.
4Er wendet seine Augen nicht von dem Gerechten und die Könige läßt er sitzen auf dem Thron immerdar, daß sie hoch bleiben.
5Und wo Gefangene liegen in Stöcken und gebunden mit Stricken elendiglich,
6so verkündiget er ihnen, was sie getan haben, und ihre Untugend, daß sie mit Gewalt gefahren haben.
7Und öffnet ihnen das Ohr zur Zucht und sagt ihnen, daß sie sich von dem Unrechten bekehren sollen.
8Gehorchen sie und dienen ihm, so werden sie bei guten Tagen alt werden und mit Lust leben.
9Gehorchen sie nicht, so werden sie ins Schwert fallen und vergehen, ehe sie es gewahr werden.
10Die Heuchler, wenn sie der Zorn trifft, schreien sie nicht, wenn sie gefangen liegen;
11so wird ihre Seele mit Qual sterben und ihr Leben unter den Hurern.
12Aber den Elenden wird er aus seinem Elend erretten und dem Armen das Ohr öffnen in Trübsal.
13Er wird dich reißen aus dem weiten Rachen der Angst, die keinen Boden hat; und dein Tisch wird Ruhe haben, voll alles Guten.
14Du aber machst die Sache der Gottlosen gut, daß ihre Sache und Recht erhalten wird.
15Siehe zu, daß dich nicht vielleicht Zorn beweget habe, jemand zu plagen, oder groß Geschenk dich nicht gebeuget habe.
16Meinest du, daß er deine Gewalt achte, oder Gold, oder irgend eine Stärke oder Vermögen?
17Du darfst der Nacht nicht begehren, die Leute an ihrem Ort zu überfallen.
18Hüte dich und kehre dich nicht zum Unrecht, wie du denn vor Elend angefangen hast.
19Siehe, Gott ist zu hoch in seiner Kraft; wo ist ein Lehrer, wie er ist?
20Wer will über ihn heimsuchen seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: Du tust unrecht?
21Gedenke, daß du sein Werk nicht wissest, wie die Leute singen.
22Denn alle Menschen sehen das, die Leute schauen's von ferne.
23Siehe, Gott ist groß und unbekannt; seiner Jahre Zahl kann niemand forschen.
24Er macht das Wasser zu kleinen Tropfen und treibt seine Wolken zusammen zum Regen,
25daß die Wolken fließen und triefen sehr auf die Menschen.
26Wenn er vornimmt, die Wolken auszubreiten, wie sein hoch Gezelt,
27siehe, so breitet er aus seinen Blitz über dieselben und bedecket alle Enden des Meers.
28Denn damit schreckt er die Leute und gibt doch Speise die Fülle.
29Er decket den Blitz wie mit Händen und heißt es doch wiederkommen.
30Davon zeuget sein Geselle, nämlich des Donners Zorn in Wolken.
31Des entsetzt sich mein Herz und bebet.
32Lieber, höret doch, wie sein Donner zürnet, und was für Gespräch von seinem Munde ausgehet!
33Er siehet unter allen Himmeln, und sein Blitz scheinet auf die Enden der Erde.