1Es bricht ein solcher Bach hervor, daß, die darum wohnen, den Weg daselbst verlieren; und fällt wieder und schießt dahin von den Leuten.

2Man bringet auch Feuer unten aus der Erde, da doch oben Speise auf wächst.

3Man findet Saphir an etlichen Orten und Erdenklöße, da Gold ist.

4Den Steig kein Vogel erkannt hat und kein Geiersauge gesehen.

5Es haben die stolzen Kinder nicht drauf getreten, und ist kein Löwe drauf gegangen.

6Auch legt man die Hand an die Felsen und gräbet die Berge um.

7Man reißet Bäche aus den Felsen; und alles, was köstlich ist, siehet das Auge.

8Man wehret dem Strom des Wassers und bringet, das verborgen drinnen ist, ans Licht.

9Wo will man aber Weisheit finden, und wo ist die Stätte des Verstandes?

10Niemand weiß, wo sie liegt, und wird nicht funden im Lande der Lebendigen.

11Der Abgrund spricht: Sie ist in mir nicht; und das Meer spricht: Sie ist nicht bei mir.

12Man kann nicht Gold um sie geben, noch Silber darwägen, sie zu bezahlen.

13Es gilt ihr nicht gleich ophirisch Gold oder köstlicher Onyx und Saphir.

14Gold und Demant mag ihr nicht gleichen, noch um sie gülden Kleinod wechseln.

15Ramoth und Gabis achtet man nicht. Die Weisheit ist höher zu wägen denn Perlen.

16Topasius aus Mohrenland wird ihr nicht gleich geschätzt, und das reinste Gold gilt ihr nicht gleich.

17Woher kommt denn die Weisheit, und wo ist die Stätte des Verstandes?

18Sie ist verhohlen vor den Augen aller Lebendigen, auch verborgen den Vögeln unter dem Himmel.

19Die Verdammnis und der Tod sprechen: Wir haben mit unsern Ohren ihr Gerücht gehöret.

20Gott weiß den Weg dazu und kennet ihre Stätte.

21Denn er siehet die Enden der Erde und schauet alles, was unter dem Himmel ist.

22Da er dem Winde sein Gewicht machte und setzte dem Wasser sein gewisses Maß,

23da er dem Regen ein Ziel machte und dem Blitz und Donner den Weg,

24da sah er sie und erzählete sie, bereitete sie und erfand sie;

25und sprach zum Menschen: Siehe, die Furcht des HERRN, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Verstand.

26Und Hiob hub abermal an seine Sprüche und sprach:

27O daß ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete,

28da seine Leuchte über meinem Haupte schien, und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging;