1Denn ihr deutet es fälschlich und seid alle unnütze Ärzte.

2Wollte Gott, ihr schwieget; so würdet ihr weise.

3Höret doch meine Strafe und merket auf die Sache, davon ich rede.

4Wollt ihr Gott verteidigen mit Unrecht und für ihn List brauchen?

5Wollt ihr seine Person ansehen? Wollt ihr Gott vertreten?

6Wird's euch auch wohlgehen, wenn er euch richten wird? Meinet ihr, daß ihr ihn täuschen werdet, wie man einen Menschen täuschet?

7Er wird euch strafen, wo ihr Person ansehet heimlich.

8Wird er euch nicht erschrecken, wenn er sich wird hervortun, und seine Furcht wird über euch fallen?

9Euer Gedächtnis wird verglichen werden der Asche, und euer Rücken wird wie ein Leimenhaufe sein.

10Schweiget mir, daß ich rede; es soll mir nichts fehlen.

11Was soll ich mein Fleisch mit meinen Zähnen beißen und meine Seele in meine Hände legen?

12Siehe, er wird mich doch erwürgen, und ich kann's nicht erwarten; doch will ich meine Wege vor ihm strafen.

13Er wird ja mein Heil sein; denn es kommt kein Heuchler vor ihn.

14Höret meine Rede und meine Auslegung vor euren Ohren!

15Siehe, ich habe das Urteil schon gefället; ich weiß, daß ich werde gerecht sein.

16Wer ist, der mit mir rechten will? Aber nun muß ich schweigen und verderben.

17Zweierlei tu mir nur nicht, so will ich mich vor dir nicht verbergen:

18Laß deine Hand ferne von mir sein, und dein Schrecken erschrecke mich nicht.

19Rufe mir, ich will dir antworten; oder ich will reden, antworte du mir.

20Wie viel ist meiner Missetat und Sünden? Laß mich wissen meine Übertretung und Sünde!

21Warum verbirgest du dein Antlitz und hältst mich für deinen Feind?

22Willst du wider ein fliegend Blatt so ernst sein und einen dürren Halm verfolgen?

23Denn du schreibest mir an Betrübnis und willst mich umbringen um der Sünden willen meiner Jugend.

24Du hast meinen Fuß in Stock gelegt und hast acht auf alle meine Pfade und siehest auf die Fußtapfen meiner Füße,

25der ich doch wie ein faul Aas vergehe und wie ein Kleid, das die Motten fressen.

26Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,

27gehet auf wie eine Blume und fällt ab, fleucht wie ein Schatten und bleibet nicht.

28Und du tust deine Augen über solchem auf, daß du mich vor dir in das Gericht ziehest.