1Handele ich denn mit einem Menschen, daß mein Mut hierin nicht sollte unwillig sein?
2Kehret euch her zu mir; ihr werdet sauer sehen und die Hand aufs Maul legen müssen.
3Wenn ich daran gedenke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an.
4Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu mit Gütern?
5Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen.
6Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
7Seine Ochsen lässet man zu, und mißrät ihm nicht; seine Kuh kalbet und ist nicht unfruchtbar.
8Ihre jungen Kinder gehen aus wie eine Herde, und ihre Kinder lecken.
9Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Pfeifen.
10Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor der Hölle,
11die doch sagen zu Gott: Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen.
12Wer ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten, oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?
13Aber siehe, ihr Gut stehet nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein.
14Wie wird die Leuchte der Gottlosen verlöschen und ihr Unglück über sie kommen! Er wird Herzeleid austeilen in seinem Zorn.
15Sie werden sein wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführet.
16Gott behält desselben Unglück auf seine Kinder. Wenn er's ihm vergelten wird, so wird man's inne werden.
17Seine Augen werden sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen wird er trinken.
18Denn wer wird Gefallen haben an seinem Hause nach ihm? Und die Zahl seiner Monden wird kaum halb bleiben.
19Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet?
20Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge;
21sein Melkfaß ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark;
22jener aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie mit Freuden gegessen;
23und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu.
24Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevel Vornehmen wider mich.
25Denn ihr sprechet: Wo ist das Haus des Fürsten, und wo ist die Hütte, da die Gottlosen wohneten?
26Redet ihr doch davon wie der gemeine Pöbel und merket nicht, was jener Wesen bedeutet.
27Denn der Böse wird behalten auf den Tag des Verderbens, und auf den Tag des Grimms bleibet er.
28Wer will sagen, was er verdienet, wenn man's äußerlich ansiehet? Wer will ihm vergelten, was er tut?
29Aber er wird zum Grabe gerissen und muß bleiben bei dem Haufen.
30Es gefiel ihm wohl der Schlamm des Bachs, und alle Menschen werden ihm nachgezogen; und derer, die vor ihm gewesen sind, ist keine Zahl.
31Wie tröstet ihr mich so vergeblich, und eure Antwort findet sich unrecht.
32Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
33Was darf Gott eines Starken, und was nützt ihm ein Kluger?
34Meinest du, daß dem Allmächtigen gefalle, daß du dich so fromm machest? Oder was hilft's ihm, ob du deine Wege gleich ohne Wandel achtest?