1Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, derselben Grimm säuft aus meinen Geist, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.
2Das Wild schreiet nicht, wenn es Gras hat; der Ochse blöket nicht, wenn er sein Futter hat.
3Kann man auch essen, das ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weiße um den Dotter?
4Was meiner Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise vor Schmerzen.
5O daß meine Bitte geschähe, und Gott gäbe mir, wes ich hoffe!
6Daß Gott anfinge und zerschlüge mich und ließe seine Hand gehen und zerscheiterte mich!
7So hätte ich noch Trost und wollte bitten in meiner Krankheit, daß er nur nicht schonete. Habe ich doch nicht verleugnet die Rede des Heiligen.
8Was ist meine Kraft, daß ich möge beharren? und welch ist mein Ende, daß meine Seele geduldig sollte sein?
9Ist doch meine Kraft nicht steinern, so ist mein Fleisch nicht ehern.
10Habe ich doch nirgend keine Hilfe, und mein Vermögen ist weg.
11Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten weigert, der verlässet des Allmächtigen Furcht.
12Meine Brüder gehen verächtlich vor mir über, wie ein Bach, wie die Wasserströme vorüberfließen.
13Doch, welche sich vor dem Reif scheuen, über die wird der Schnee fallen.
14Zur Zeit, wenn sie die Hitze drücken wird, werden sie verschmachten, und wenn es heiß wird, werden sie vergehen von ihrer Stätte.
15Ihr Weg gehet beiseit aus; sie treten auf das Ungebahnte und werden umkommen.
16Sie sehen auf die Wege Themas; auf die Pfade Reicharabias warten sie.
17Aber sie werden zuschanden werden, wenn's am sichersten ist, und sich schämen müssen, wenn sie dahin kommen.
18Denn ihr seid nun zu mir kommen; und weil ihr Jammer sehet, fürchtet ihr euch.
19Habe ich auch gesagt: Bringet her und von eurem Vermögen schenket mir
20und errettet mich aus der Hand des Feindes und erlöset mich von der Hand der Tyrannen?
21Lehret mich, ich will schweigen; und was ich nicht weiß, das unterweiset mich.
22Warum tadelt ihr die rechte Rede? Wer ist unter euch, der sie strafen könnte?
23Ihr erdenket Worte, daß ihr nur strafet, und daß ihr nur paustet Worte, die mich verzagt machen sollen.
24Ihr fallet über einen armen Waisen und grabet eurem Nächsten Gruben.
25Doch weil ihr habt angehoben, sehet auf mich, ob ich vor euch mit Lügen bestehen werde.
26Antwortet, was recht ist; meine Antwort wird noch recht bleiben.
27Was gilt's, ob meine Zunge unrecht habe und mein Mund Böses vorgebe?
28Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und seine Tage sind wie eines Taglöhners?
29Wie ein Knecht sich sehnet nach dem Schatten und ein Taglöhner, daß seine Arbeit aus sei,
30also habe ich wohl ganze Monden vergeblich gearbeitet, und elende Nächte sind mir viel worden.