1Ihre Jungen werden feist und mehren sich im Getreide; und gehen aus und kommen nicht wieder zu ihnen.
2Wer hat das Wild so frei lassen gehen? Wer hat die Bande des Wildes aufgelöset,
3dem ich das Feld zum Hause gegeben habe und die Wüste zur Wohnung?
4Es verlacht das Getümmel der Stadt; das Pochen des Treibers höret es nicht.
5Es schauet nach den Bergen, da seine Weide ist, und suchet, wo es grün ist.
6Meinest du, das Einhorn werde dir dienen und werde bleiben an deiner Krippe?
7Kannst du ihm dein Joch anknüpfen, die Furchen zu machen, daß es hinter dir brache in Gründen?
8Magst du dich auf es verlassen, daß es so stark ist, und wirst es dir lassen arbeiten?
9Magst du ihm trauen, daß es deinen Samen dir wiederbringe und in deine Scheune sammle?
10Die Federn des Pfauen sind schöner denn die Flügel und Federn des Storchs,
11der seine Eier auf der Erde lässet und läßt sie die heiße Erde ausbrüten.
12Er vergisset, daß sie möchten zertreten werden und ein wild Tier sie zerbreche.
13Er wird so hart gegen seine Jungen, als wären sie nicht sein, achtet es nicht, daß er umsonst arbeitet.
14Denn Gott hat ihm die Weisheit genommen und hat ihm keinen Verstand mitgeteilet.
15Zu der Zeit, wenn er hoch fähret, erhöhet er sich und verlachet beide Roß und Mann.
16Kannst du dem Roß Kräfte geben, oder seinen Hals zieren mit seinem Geschrei?
17Kannst du es schrecken wie die Heuschrecken? Das ist Preis seiner Nase, was schrecklich ist.
18Es stampfet auf den Boden und ist freudig mit Kraft und zeucht aus den Geharnischten entgegen.
19Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und fleucht vor dem Schwert nicht,
20wenngleich wider es klinget der Köcher und glänzet beide Spieß und Lanze.
21Es zittert und tobet und scharret in die Erde und achtet nicht der Trommeten Hall.
22Wenn die Trommete fast klinget, spricht es: Hui! und riecht den Streit von ferne, das Schreien der Fürsten und Jauchzen.
23Fleuget der Habicht durch deinen Verstand und breitet seine Flügel gegen Mittag?
24Fleuget der Adler auf deinen Befehl so hoch, daß er sein Nest in der Höhe macht?
25In Felsen wohnet er und bleibt auf den Klippen an Felsen und in festen Orten.
26Von dannen schauet er nach der Speise, und seine Augen sehen ferne.
27Seine Jungen saufen Blut; und wo ein Aas ist, da ist er.
28Und der HERR antwortete Hiob und sprach:
29Wer mit dem Allmächtigen hadern will, soll's ihm der nicht beibringen? Und wer Gott tadelt, soll's der nicht verantworten?
30Hiob aber antwortete dem HERRN und sprach: